Armut in Chile

Ein Zeichen gegen die Hoffnungslosigkeit

Die soziale Situation vieler Menschen in dem Südamerikanischen Land ist schlecht

Etwa drei der rund 15 Millionen Chilenen leben derzeit in extremer Armut. Pro Tag haben sie weniger als einen Doller zur Verfügung. Die Schere zwischen arm und reich geht dort seit Jahren immer weiter auseinander. Gesellschaftliche Barrieren, sowie Vorurteile verhindern vielerorts die Integration von sozial Schwachen und Angehörigen von Minderheiten. Eine Vorraussetzung, an der sich eine Gesellschaft messen sollte, die sich "demokratisch" nennt. So, wie es die chilenische Regierung tut.

Das Randgebiet "La Isla" liegt in der Hafenstadt Valparaíso. 1969 ursprünglich als Übergangslager für die Oper eines schweren Erdbebens eingerichtet, existiert es noch heute. Inzwischen leben dort etwa 1.800 Menschen, die meisten von ihnen auf besetztem Gebiet in kleinen Hütten und kargen Steinhäusern, die sie aus einfachsten Materialien gebaut haben.

Die Bewohner der La Isla kämpfen neben der sozialen Ausgrenzung die sie erfahren, mit schwierigen Lebensbedingungen. Die Arbeitslosigkeit ist selbst für chilenische Verhältnisse überdurchschnittlich hoch. Die meisten von ihnen leben ohne Strom, die wenigsten haben einen Wasseranschluss. In den vergangenen Monaten hatten etwa 50 % der Bewohner überhaupt keinen Zugang zu Wasser, und mussten es zu Fuß aus den Nachbarvierteln holen. Es gibt in der La Isla so gut wie keine Kanalisation.

Drogensucht, die aus ihr resultierende Beschaffungskriminalität, und Gewalt gehören zum Alltag des Viertels. Viele Mädchen und Frauen sind Opfer von sexueller Gewalt. Die hygienischen Bedingungen sind unvorstellbar für Menschen aus Europa. So wird seit einigen Monaten wegen eines Korruptionsfalls, in den der frühere Bürgermeister verwickelt ist, der Müll nicht mehr abgeholt. Ratten vermehren sich, übertragen Krankheiten vor allem an die in den direkt angrenzenden Müllbergen spielenden Kinder. Da es in Chile wie in vielen südamerikanischen Ländern so gut wie kein funktionierendes Sozialsystem gibt, sind die Menschen auf der La Isla, auf sich allein gestellt.